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Was braucht es, damit Bündnisse funktionieren? Fünf Erfahrungen aus dem Elbe Valley

Wie gelingt es, Menschen und Organisationen für eine gemeinsame Idee zu begeistern? Wie entsteht aus einzelnen Initiativen ein tragfähiges Bündnis? Beim Festival der SynergisTen Ende September 2026 teilte Daniela Weinand vom WIR!-Bündnis Elbe Valley Erfahrungen aus vier Jahren gemeinsamer Bündnisarbeit.

Ein Erfahrungsbericht von Daniela Weinand, WIR!-Bündnis Elbe Valley

Auf Einladung von Martina Eick vom Umweltbundesamt und dem nexus-Institut nahm Daniela Weinand für das WIR!-Bündnis Elbe Valley am Festival der SynergisTen Ende vom 25.09. bis 27.09.2026 im Gasthaus Fuchsau in der Nähe von Nürnberg an der Pegnitz teil.

Die SynergisTen sind eine bundesweite Gruppe von Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen, die der Nachhaltigkeitspreis „ZeitzeicheN“ zusammengebracht hat. In der Weiterentwicklung des Wettbewerbs hin zu einem kooperativen Ansatz haben sich die SynergisTen in den letzten Monaten im Rahmen eines Praxistest, geleitet durch das nexus Institut, damit beschäftigt, wie aus den verschiedenen Akteuren ein Bündnis gebildet werden kann.

Zu ihrem Festival luden sie Daniela Weinand als Vertreterin des WIR!-Bündnis Elbe Valley ein, um von den Erfahrungen der Bündnisbildung im Elbe Valley zu lernen. Sie teilte die aus ihrer Sicht wichtigsten Erkenntnisse aus den inzwischen vier Jahren der Bündnisarbeit im Elbe Valley:

Fünf Erkenntnisse aus vier Jahren Bündnisarbeit

1. Eine gemeinsame Idee verbindet – auch über große Entfernungen hinweg.

Der Aufbau eines Netzwerkes über Ländergrenzen und weitere Entfernungen hinweg funktioniert nur, wenn die Leidenschaft und der Wille für eine gemeinsame Idee geteilt werden und wenn jeder bereit ist, in die gemeinsame Sache zu investieren, ob Zeit, Geld oder andere Ressourcen.

2. Mit denen anfangen, die mitmachen wollen.

Anstatt viel Energie darin zu verschwenden, Menschen von einer gemeinsamen Idee zu überzeugen, ist es sinnvoller, bereits heute mit denen anzufangen, die von der Idee überzeugt sind, und eine „Allianz der Willigen“ zu bilden.

3. Co-Kreation braucht einfache Zugänge.

Echte Co-Kreation braucht einfache Zugänge. Durch bürokratische, finanzielle, organisatorische oder zeitaufwendige Hürden verliert ein Bündnis schwächere Mitglieder.

4. Vorhandene Strukturen nutzen, statt alles neu zu erfinden.

Auf Bestehendem aufzubauen und vorhandene Strukturen zu nutzen, führt schneller ans Ziel als zunächst viel Zeit und Energie in den Aufbau einer eigenen Struktur zu stecken. Die Gründung neuer Organisationen erfolgte im WIR!-Bündnis Elbe Valley erst, als klar wurde, wo noch Lücken besetzt werden müssen.

5. Einfach anfangen und selbst aktiv werden.

Die Kunst liegt darin, einfach anzufangen und selbst aktiv zu werden anstatt darüber zu lamentieren, dass andere nichts tun.

Voneinander lernen und gemeinsam weiterdenken

Der Austausch beim Festival zeigte, wie wertvoll es ist, Erfahrungen zwischen unterschiedlichen Initiativen und Regionen zu teilen.

Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt über das, was im Elbe Valley an positiver Kraft entstanden ist, hoffentlich noch weiter trägt und noch mehr Bündnispartner findet.

Gleichzeitig wurde deutlich: Bündnisarbeit ist kein fertiges Konzept, sondern ein gemeinsamer Lernprozess. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, Offenheit für unterschiedliche Perspektiven und den Mut, einfach anzufangen.

Genau darin liegt auch eine Stärke des Elbe Valley: gemeinsam ausprobieren, voneinander lernen und neue Wege für die Zukunft ländlicher Räume entwickeln.