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Reetwellerlehm

Ansprechpersonen:

Ute Reeh
ur2@ute-reeh.de
Zentrum für Peripherie e.V.


Julia von Werder
Julia.von-Werder@bam.de
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

Titelbild: Christian Hansel




Wie können regionale Rohstoffe zu einem Baustoff der Zukunft werden? Das Projekt „Reetwellerlehm im Elbe Valley“ verbindet eine traditionelle Lehmbauweise mit moderner Verarbeitung und Materialien, die direkt in der Region verfügbar sind.

Traditioneller Wellerlehm besteht aus Lehm und pflanzlichen Fasern, meist Stroh, aber auch Heidekraut wurde verwendet. Im Projekt wird insbesondere Reet von wiedervernässten Flächen sowie Kurzhanffasern eingesetzt. Dies ist eine Neuentwicklung. Eine innovative maschinelle Verarbeitung soll es ermöglichen, den traditionellen Baustoff künftig zu einem konkurrenzfähigen Preis in verlässlicher Qualität herzustellen. 

In den vier Teilregionen des Elbe Valley entstehen unterschiedliche Prototypen – von Bauteilen, die Lebensraum für Wildbienen bieten, über Anwendungen für Lärm- und Schallschutz im Innenraum bis zu besonders widerstandsfähigen Außenwänden. Gleichzeitig wird untersucht, wie daraus regionale Wertschöpfungsketten entstehen könnten: vom Reet, Hanf und Bodenaushub bis zur Verarbeitung durch Handwerk und Unternehmen vor Ort. 

Das Besondere: Forschung, Handwerk, Landwirtschaft, Bildungseinrichtungen und Menschen aus der Region entwickeln und erproben die Prototypen gemeinsam. So wird das Elbe Valley zum Reallabor für einen Baustoff, der regionale Ressourcen, nachhaltiges Bauen und neue wirtschaftliche Perspektiven miteinander verbindet.